Archive for July 9th, 2008
SOME WEDNESDAY START PORTRAITS (III)
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STRATEGISCHER ESSENTIALISMUS oder: FEMINISM IS FOR EVERYBODY oder: SOLLEN MAENNER/BURSCHEN IN DER GRUPPE SEIN?
“… Unter diesen Umständen kann sich – wie schon des öfteren in der Vergangenheit – separatistisches Verhalten als enorm hilfreich erweisen und produktive Unterrichtssituationen schaffen. In der ersten Entwicklungsphase müssen Frauen einfach mit der Gestaltung eigener Arbeits- und Unterrichtsräume experimentieren. Diese Experimente hat es in allen bisherigen Phasen der feministischen Entkolonialisierung gegeben, und sie haben sich stets als äusserst fruchtbar erwiesen. Die Cyberfeministinnen, aber auch jene, die für einen Cyberspace im Zeichen der Differenz eintreten, sollten also ein gewisses Mass an Separatismus begrüssen. Wir möchten hier daran erinnern, dass der Separatismus von (rechtlosen) Minderheiten nicht unbedingt negativ zu bewerten ist. Er ist nicht sexistisch, er ist nicht rassistisch, und er stellt auch kein Hindernis für eine demokratische Entwicklung dar. Schliesslich kommt es darauf an, ob eine gewisse Ausschliesslichkeit strategisch dazu verwendet wird, eine bestimmte Wahrnehmungs- oder Lebensweise zu verallgemeinern, oder oder ob diese Ausschliesslichkeit dazu dient, einer falschen Universalierung entgegenzuwirken. Ebenso macht es einen entscheidenden Unterschied, ob die Ausschliesslichkeit Herrschaftsstrukturen erhalten oder diese unterwandern soll. Sobald die Stellung von Frauen innerhalb eines gegebenen Bereichs erforscht ist und sich das Wissen davon bei den Unterdrückten herumspricht, erübrigen sich alle separatistischen Aktivitäten, ja, sie können sogar kontraproduktiv werden.
Aus: Notizen zum politischen Zustand des Cyberfeminismus (Faith Wilding und Critical Art Ensemble), in: Lips Tits Hits Power? Popkultur und Feminismus, Hg. Anette Baldauf und Katharina Weingartner (S. 239)




